Samstag, 14. Mai 2011

Gehirnjogging

Bevor es heute Morgen in den Garten ging um liegengebliebene Arbeit aufzuholen und Erdbeeren, Zuckererbsen und Kohlrabi vor dem gefräßigen Reh zu beschützen, habe ich mal etwas Ordnung in die Wollkiste gebracht und Selbstgesponnenes mit Angaben zu Material und Lauflänge versehen.


So muss ich in Zukunft nicht jedes Mal, wenn ich wissen will, wieviel ich eigentlich von welchem Garn habe, neu nachmessen und -wiegen. 


Wie man sieht, gehört gleichmäßig spinnen noch nicht zu meinen ausgebauten Skills.
Und wenn euch jemand (zB. das Internet) erzählen will, auf Ashford Spulen würden 100g Garn passen, glaubt ihm nicht. Die beiden Knäul links und rechts (insgesamt 60g) haben ihre Zeit als Singles zusammen auf einer Spule verbracht und sie war voll. Richtig voll, da ging nichts mehr drauf. Schon gar keine zusätzlichen 40g. Beim zwirnen hat das Garn dann natürlich soviel Volumen entwickelt, dass ich die Spule schon nach weniger als 50g wechseln musste.

Dienstag, 10. Mai 2011

Lieblingsfarbe 16

Da hätte ich es doch fast wieder verpennt. Aber hey, besser spät als nie. Gestern Abend war ichschon ein bisschen am rumsuchen, dabei kamen aber nur schöne, keine Lieblingsfarben raus. Und dann kam die hier.


Bei Colourlovers heißt sie "in the library" und ich sehe es richtig vor mir. Perfektes Tafelgrün (natürlich perfekt gewischt, ohne Kreidereste)! Alte Kunstlederbezüge von Holzstühlen mit Armlehnen. Schreibtischunterlagen aus dem gleichen Material. Buchrückenreihen und Bibliothekarinnen, die einen vernichtend anschauen, wenn man nur mal leise hustet.

Freitag, 6. Mai 2011

Alle zwei Jahre wieder..

Mein altes Mäppchen platzte aus allen Nähten, also habe ich mir kurzerhand ein neues genäht.


Mittlerweile habe ich fast das Gefühl, ich arbeite die absichtlich etwas schlampig, damit ich mir ab und zu ein neues machen kann.
Diesmal ist das Material Filz. Um genau zu sein eine graubraune Basis aus Blue Faced Leicester (seit einiger Zeit meine Lieblingswolle) mit einer dünnen Schicht selbstgefärbter Merino darüber. An manchen Stellen schimmert das grau etwas durch, was ich aber nicht schlimm finde. Im Gegenteil, dadurch bekommt die Farbe mehr Tiefe und es sieht lebendiger aus.


Da der Filz etwas dünn geraten war - ich bin immer so geizig beim Wolle auslegen - musste noch ein Futter her. Das besteht aus einem alten Ikea-Kissenbezug, aber fragt mich bitte nicht, wo der dazugehörige Deckenbezug abgeblieben ist.


An den Kanten sieht man, dass ich weder Reißverschlüsse noch füttern gut kann, und dort wo beides aufeinandertreffen soll, tue ich mir immer besonders schwer. Zumal der RV ja die meiststrapazierteste Stelle bei sowas ist. Mal schauen ob es auch so lange hält wie das letzte.

Montag, 2. Mai 2011

Lieblingsfarbe 15a

Ich hatt's ja versprochen.

Also.. Wie gestern bereits erwähnt, ist im Forum das Pflanzenfärbfieber ausgebrochen (färben mit, nicht von Pflanzen, versteht sich.. obwohl das wohl auch geht). In weiser Vorausahnung dieses Trends habe ich vor ein paar Monaten mehr oder minder motiviert angefangen, Zwiebelschalen zu sammeln. Und nachdem Zetesa das alles so schön vorgemacht hatte, musste ich das auch endlich mal probieren. 


Was soll ich sagen? Begeisterung pur, das Bild wird den Originalfarben in keinster Weise gerecht. Das Ei hatte ich gleich mit in die auszukochende Zwiebelpampe gelegt, das ist richtig schön ebenholzfarben geworden.
Nach dem abseien kam der Alpaka-Kammzug und das rechts Knäul Merino in den Topf. Erstaunlich, wie unterschiedlich die Fasern die Farbe aufnehmen, das Alpaka wurde leider "nur" ordentlich senfgelb, das Garn dagegen orange, obwohl beide gleichlang ziehen konnten. Weil die Suppe danach immer noch sehr färbefreudig aussah, habe ich einen zweiten, kleineren Strang Merino gewickelt und den noch eine Viertelstunde in der abkühlenden Flüssigkeit gelassen.
Und ganz am Ende habe ich zum Spaß ein Stück ungefärbten Baumwolljersey (im Hintergrund) reingepackt.. Da hatte ich gar keine Hoffnungen, da Pflanzenfasern sich auf diese Weise eher selten dauerhaft färben lassen, aber es wurde trotzdem noch ein schönes hellgelb draus. Auf dem Foto sieht das eher grau aus, in Wirklichkeit ist es viel schöner.

Mittlerweile verstehe ich auch, warum viele beim färben gleich mehrere Kilo Wolle bearbeiten.. Steht die Färbebrühe erst einmal auf dem Herd, bekommt man das merkwürdige Verlangen, da alles reinzutun, einfach nur um zu sehen, was passiert. Auch Hände.

Sonntag, 1. Mai 2011

Lieblingsfarbe 15

Im Forum sind gerade einige - ich eingeschlossen - dabei, mit Pflanzenfarben rumzuspielen. Das Thema interessiert mich eigentlich schon lange, nur dachte ich früher immer, dass dazu spezielles Gerät, exotische Hilfsmittel und sowieso viel mehr Aufwand nötig sei, als dass es sich lohnen würde.
Falsch. Genauso falsch wie meine kindliche Annahme, zum Marmelade kochen bräuchte man einen ganzen Tag. Ok, bei meiner Oma dauert es wirklich so lange, weil die immer gleich den halben Garten einkocht, aber kleine Experimente lassen sich durchaus mit "nur" einem großen Nudeltopf und zwei-drei Stunden Zeit durchführen.


Und was das alles mit der heutigen Lieblingsfarbe zu tun hat, erzähl ich euch morgen. Cliffhanger!