Der Umzug ist geschafft! Die wichtigen Dinge des Lebens (PC, Bett, Bücherregal) wurden gleich am ersten Abend verkabelt, bezogen, befüllt und jetzt versuche ich Stück für Stück, jeden Tag ein Platz für ein Ding zu finden, bevor ich mich zu sehr an dieses Halbaufgeräumte gewöhne. Das neue Zimmer ist etwas kleiner als das alte, aber ich habe auch viel ausgemistet und im Moment nur Dinge um mich, die ich auch wirklich um mich haben möchte.
Zu diesen Dingen (was für eine Überleitung!) gehört auch ein neues Spielzeug. Zum Abi habe ich mir damals ein neues Fahrrad gegönnt, zum Bachelor gab es das Spinnrad und zum Master.. ja. Das war eine Frage, die mich wirklich beschäftigt hat. Ich finde solche Belohnungen echt wichtig und mag den Gedanken, die Früchte meiner geistigen Arbeit als Gerät, mit dessen Hilfe ich wiederum andere schöne Dinge erschaffen kann, vor mir stehen zu haben und benutzen zu können. Dadurch bekommt das fertige Produkt noch mal einen ganz anderen Stellenwert.
Die Wahl fiel schließlich auf einen Webrahmen, da ich schon im Kindergarten Spaß an den Teilen hatte und mich gut erinnern kann, wie ich immer und immer wieder super motiviert meinen billigen Schulwebrahmen ausgepackt und bespannt habe, nur um ihn dann wieder frustriert wegzupacken. Die Faszination war da, aber das Gerät eine Katastrophe.
But no more!
Nach einiger Überlegung und ein bisschen Probeweben auf dem diesjährigen Spinntreffen vom Wollschaf ist es ein Modell von Ashford geworden, die haben auch schon mein Spinnrad gebaut.
Die 60cm sind nicht zu schmal und nicht zu breit, mit zwei Webblättern kann man damit sogar 120cm breite Stücke weben. Zu dem beiliegenden Webblatt in 30/10 (das bedeutet, dass auf 10cm 30 Fäden kommen) habe ich mir gleich noch eins in 40/10 bestellt, was für dünne Garne und feine Stoffe natürlich besser geeignet ist.
Mein erstes Projekt, gewebt in der hochsommerlichen letzten Juliwoche, war ein Schal aus selbstgefärbtem Sockengarn. Die Fadenspannung in der Kette und die Seitenränder sind noch verbesserungsbedürftig, aber beim ersten Teil ist das ok.
Ich mag die Farben sehr gerne, leider finde ich das Garn für am Hals doch etwas zu kratzig, daher wird der Schal wohl verschenkt. Sieht verdächtig nach einem Herrenmodell aus, oder?
Vom zweiten Teil habe ich noch kein Foto, das hat der Ninja gleich mitgenommen und in einer Umzugskiste verstaut.
Nummer 3 war dann der Versuch, ob ich mit diesem Rahmen auch Bänder weben lassen.
Geht. Ein Teil des Bandes haben wir noch im Urlaub an den Hut des Ninja genäht, für den Rest suche ich noch nach einer Verwendungsmöglichkeit. Das Garn ist übrigens schon älter und stammt noch hiervon.
Und weil mir gerade so nach Reste aufbrauchen war, habe ich das ausgepackt und den Rest davon ausgepackt und einen Regenbogen angefangen. Hooray for Regenbogen!
Mittlerweile ist der auch fertig und ich habe mich erst mal ausgetobt. Aber sicher nicht für lange, schließlich ist bald Weihnachten. Wir erinnern uns: Als handarbeitsaffiner Mensch muss man antikyklisch denken.
