Sonntag, 18. März 2012

Nette Zeitgenossen

Nachdem die Falklandwolle mich letztens so geärgert hat, habe ich mich wieder pflegeleichteren Dingen zugewandt, die auch mal etwas Bewegung und Temperatursprünge aushalten.


100g Kammzug aus 70% BFL und 30% Tussahseide. Die Seide ist etwas fusselig in der Handhabung, da sie an jeder noch so kleinen rauhen Hautstelle hängenbleibt, aber die Farben hat sie toll angenommen und dass die Wolle superflauschiweich ist, kann man sich wahrscheinlich auch denken. Das schreit geradezu nach Weiterverarbeitung zu einem feinen Lacegarn.


Und noch mehr BFL/Nylon-Sockengarn. Ich habe mal wieder was neues ausprobiert (manchmal habe ich das Gefühl, ich probiere dauernd nur neue Sachen aus) und auch wenn das Ergebnis nicht so wurde wie geplant, finde ich den Effekt trotzdem ziemlich cool.


Das Garn erinnert mich an Bilder, die wir im Kindergarten manchmal gemalt haben. Ein Blatt Papier wurde mit einem möglichst bunten Regenbogen aus Wachsmalkreiden bemalt, darüber kam eine richtig dicke Schicht schwarz und am Ende hat man das eigentliche Motiv in die schwarze Farbe eingeritzt, sodass die bunten Regenbogenfarben wieder zum Vorschein kamen. Ähnlich spannend wie buntes Garn in einen großen Topf pechschwarzer Farbe zu werfen und zu hoffen, dass nicht alles umsonst war.

Samstag, 17. März 2012

Stay on the Scene

So fühlt es sich wohl an, wenn man nur ein einziges Hobby hat.


Die erste Socke wurde heute Nachmittag fertig. Sie passt von der Länge her und lässt sich gut anziehen, beides Dinge, die die erste erste Socke nicht erfüllen konnte. Von daher sehe ich auch über den etwas kurzen Schaft und das knäulige Maschenbild hinweg, das darauf zurück zu führen ist, dass sich schonmal verstricktes und aufgeribbeltes Garn eben nicht so schön in eine neue Form zwingen lässt. Nach ein paar Mal waschen gibt sich das bestimmt noch. Socke Nummer 2 ist angeschlagen, zwischendurch habe ich mich aber erstmal etwas ganz anderem gewidmet.


Sushi for one. Eine ziemliche Sparversion mit nur zwei (wenn man Frischkäse und Sesam nicht mitrechnet) richtigen Füllungen und ohne eingelegten Ingwer, da ich kein ganzes Glas für mich alleine aufmachen wollte. Die Sushi Meister of Old drehen sich bestimmt im Grab um.
Das unten in der Mitte sind die Rollenenden-Abschnitte, rechts oben zieht der Jasmin-Grüntee. Ich habe mir nicht einmal die Mühe gemacht, die Maki schön auf dem Teller anzurichten (wer hätte ahnen können, dass es doch so viele werden?), da der Reis etwas zuviel Flüssigkeit hatte und die Noriblätter ziemlich schnell durchgeweicht waren. Aber als "schnelles" Abendessen für eine Person war es trotzdem lecker und solange keiner zuschau.. Moment.. Mist.

:D

Freitag, 16. März 2012

Wiesu tut sie su?

Ich mag Falklandwolle eigentlich. Echt. Sie ist flauschig, sie ist günstig, sie nimmt gut Farbe an.. aber sie ist eine Zicke vor dem Herrn. Verfilzt, wenn man sie nur anschaut und dann gleich richtig übel. Und das, obwohl ich sie nicht anders behandle als andere filzanfällige Wollsorten. Deswegen, liebe Falkland, werden wir in diesem Leben wohl nicht mehr zusammenfinden. Ich wollte dich groß rausbringen, aber wenn du nicht willst, will ich eben auch nicht.
Immerhin habe ich ein Abschiedsgeschenk für dich.

Der Kammzug, den ich da gefärbt hatte, war so hässlich, dass ich nicht einmal ein Bild davon gemacht habe. Aber Sparfuchs teli dachte sich, zu Übungszwecken ist er trotzdem gut genug und was soll schon passieren? Noch hässlicher ging ja nicht. Also das Spinnrad bespult und versucht, "etwas dicker als Standard" zu spinnen. Talentwertsteigerung und so.

Wider Erwarten war das Ergebnis einigermaßen großartig. Die fetten Primärfarbflecken haben sich wunderbar verteilt und raus kamen zwei Stränge toll geheathertes Garn.



Diese Fotos sind die besten aus mehr als drei Versuchen, die Farben richtig hin zu bekommen. Vergeblich, wie man sieht.. da konnte nicht einmal der Gimp was retten.


Der erste Strang ist ziemlich bunt geworden und hat einige schöne blaue, rot-violette und grünliche Stellen, sogar ein kleines Stück gelb ist dabei. Das Gewicht beträgt ca. 60g und die Lauflänge ca. 81m. Hätte ich die zehnfache Menge davon, würde ich mir eine riesige Kuscheljacke stricken. Mit Jersey- oder Fleecefutter.


Im zweiten Strang herrscht lila vor. Blau-lila, rot-lila, sogar grün- und gelb-lila. Nicht unbedingt meine Farben, aber trotzdem hübsch. Dieser Strang wiegt ungefär 56g und hat ca. 58m.

Ich glaube, an so dick versponnenes Garn könnte ich mich glatt gewöhnen, damit wird die Spule so schön schnell voll. Mal schauen, was als nächstes auf das Spinnrad darf. Falkland wird es jedenfalls nicht sein.

Donnerstag, 15. März 2012

Keine Zeit für schlaue Titel

Die Sockenmaschine läuft..


Ich hoffe, dass ich heute noch mit der Ferse fertig werde und die erste Socke spätestens am Sonntag beenden kann. Bis dahin habe ich mir alle anderen Stricksachen verboten.
Das Bild ist so unbeschnitten, weil ich euch zeigen wollte, was die Kamera bei offenem Fenster und Sonnenschein mit unserem Garten macht. Erich Zannsches Weltenende. Mein Gott, es ist überhaupt nicht voller Sterne.

Außerdem klingelte vorhin der Postbote und drückte mir ein Päckchen von Schwiegermuttern in die Hand. Sie hatte den Inhalt als "dröges Grünzeug" angekündigt, mit dem ich einen Langzeitselbstversuch starten soll. Zu diesem Begriff fielen mir spontan nur getrocknete Rosenkohlblätter ein und mit denen will ich lieber überhaupt nichts testen. Aber nein!


Sie hat sich schlau gemacht, was die Pflanzenheilkunde zum Thema allmonatliches Frausein hergibt und mir vier Tüten Gänsefingerkraut plus jeweils ein Päckchen Kamille, Schafgarbe und Melisse zum mischen plus ein Tütchen Stevia zum süßen in zwei Werbegeschenksblechdosen eines (Obacht!) verdauungs- und appetitfördernden Aufbaumedikaments für Katzen eingepackt. Dem Stevia traue ich noch nicht so ganz, da ich Zuckeraustauschstoffen generell eher skeptisch gegenüberstehe, aber probiert wird es auf jeden Fall.

This woman = Mom of Awesomeness

Mittwoch, 14. März 2012

Unbekanntes Gebiet

Bevor ich letzte Woche nach Kassel aufgebrochen bin, war mir etwas rebellisch zumute und so habe ich mich an zwei Farben versucht, die normalerweise so gar nicht zu meinem Repertoire gehören: Rosa und hellblau. 


Basis sind 200g des bereits bekannten BFL/Nylon-Sockengarns, handgefärbt in einem schönen apfelblütenaltrosa und etwas, das ich als helles taubenblau beschreiben würde. Ungefähr ein Drittel der Stränge behielt seine natürliche wollweiße Farbe.


Wäre ich bei der Benennung meiner Kreationen genauso kreativ wie bei der Beschreibung von Farbtönen, bekäme das Garn wohl einen so klingenden Namen wie "Apfelblüte im Mai" oder gar "Sommerhaus in Dänemark". Ich muss gestehen, der erste Name, der mir in den Sinn kam und der richtig gut passte, war "Gender Studies". Aber damit mache ich mich bestimmt unbeliebt, deswegen bleiben wir lieber bei der dänischen Apfelblüte.

Noch ganz kurz zu was anderem:


Seht ihr das? Das ist nicht Socke Nummer 2, das ist Socke Nummer 1, zweiter Versuch. Den ersten Versuch hatte ich heute Mittag fertig gestrickt, anprobiert und dann kurzerhand wieder komplett aufgeribbelt, weil er einfach nicht schön war. Und "einfach nicht schön" ist einfach keine Option, zumal mir die ganze zweite Socke über bewusst gewesen wäre, dass ich da Murks zusammenstricke, der mir am Ende nicht gefallen wird. Dann lieber nochmal ganz von vorne..