Sonntag, 5. Juli 2015

Kann gerade nicht!


Muss Fotos machen!

Freitag, 6. März 2015

Rainbow Warrior (in felt slippers)

Hier herrscht immer noch Zwischenlösung. Noch einen Monat, dann ist das Grobe hoffentlich geschafft und es kehrt endlich wieder etwas Ruhe in die kreativen Prozesse ein. Also, "Ruhe" im Sinne von Regelmäßigkeit. Schließlich habe ich dann eine Wohnung, die schön gemacht werden will. 

Was mich zum ersten Projekt für heute bringt. Letztes Jahr im Sommer habe ich mit der Kardiermaschine rumgespielt und Filzwollreste mit Baumwolle, Nylon und Seide gemischt, einfach um ein bisschen zu üben. Den Eintrag dazu findet ihr hier. Ich hab dann sehr lange überlegt, was daraus werden soll und mir wollte einfach nichts Gutes einfallen.


Also erst mal verstricken und dann nachdenken. Was normalerweise keine gute Idee ist, hat hier Wunder gewirkt. Der Plan ist, diesem zugegeben etwas kleinen Lappen noch einen dicken Rand in einer neutralen Farbe (dunkelgrau, braun oder weiß) zu spendieren und ihn als Bettvorleger zu verwenden. Der Teppich, den ich in Marburg vor meinem Bett liegen hatte, hat es nämlich nicht in die Umzugskisten geschafft (billig, alt, hässlich), also muss sowieso was Neues her. Welche Farbe der Rand bekommt, entscheide ich, sobald ich weiß, welche Farbe der Fußboden in der neuen Wohnung haben wird. Schließlich sind wir jetzt erwachsen und entscheiden nicht mehr impulsiv nach Lieblingsfarbe, sondern nach Raumkonzepten.

Das Zweite, was ich euch zeigen mag, fällt am ehesten unter die Kategorie "Abwendung von nervlicher Überanstrengung durch geschicktes Kombinieren von Farben und stumpfsinnige, meditative Handarbeit". Hat Natron hier schon vorgemacht. 


Vor Weihnachten hatte ich ja einige dieser Regenbogen-Dochtgarnstränge produziert. Irgendwann hatte ich aber keine Lust mehr auf immer den gleichen Farbverlauf (auch wenn er 25 verschiedene Farben beinhielt) und begann, mir Kombinationen aus 5 bis 10 Farben zusammenzusuchen. Der Strang in der Mitte besteht aus fünf Grün- und drei Pinktönen, der rechts hat fünf Blautöne plus zwei Mal orange und gelb. Ich denke mal, sobald ich wieder Zugriff auf mein Spinnrad habe, wird es davon noch mehr geben. Die Farben sind schnell zusammengesucht und das Verspinnen klappt auch abends nach der Arbeit noch, wenn das Gehirn schon auf Standby geschaltet ist.
Was aus den Garnen werden soll, weiß ich noch nicht recht. Im Moment macht es einfach Spaß, mit den Farben rumzuspielen. Vielleicht kann man irgendwann mal eine große bunte Tasche daraus strickfilzen oder einen Teppich daraus weben.

Sonntag, 15. Februar 2015

Über Zuhause

Am Wochenende war ich viel unterwegs. Zuerst bin ich Donnerstag direkt nach der Arbeit nach Kassel gefahren, habe dort eine viel zu kurze Nacht verbracht und bin Freitag nach Marburg, um mir dort abends auf der Absolventenfeier meine lateinische Urkunde und ein paar Schnittchen abzuholen. Und heute wieder zurück an die Grenze. 

Ich würde ja gerne schreiben, dass ich "nach Hause" gefahren bin.. aber das stimmt nicht. Zuhause ist im Moment nirgends. Hier schlafe, esse und arbeite ich, aber es dauert noch eine Weile, bis ich in meine Wohnung kann.
In Kassel steht ein Großteil meines Zeugs, aber dreieinhalb Monate Zwischenmiete reichen nicht, um den Ort, an dem das Bett steht, zu einem Zuhause werden zu lassen. Der Ninja sagt immer: "Nichts ist eine Zwischenstation.", aber da ich immer wusste, dass Kassel nur vorübergehend sein würde, habe ich mir gar nicht die Mühe gemacht, Gefühle für diese Stadt aufzubauen. 
Mit Marburg sieht es schon anders aus. Es ist ein komisches Gefühl, in eine Stadt zurückzukehren, wo man sich im Prinzip perfekt auskennt, die sich in der Zwischenzeit aber doch verändert hat. Mir kam es vor, als würde ich einen Ex-Freund nach Jahren wiedersehen. Man kennt diesen einen Blick, diese Narbe, diese Angewohnheit und bekommt das Bedürfnis, ihm durch die Haare zu wuscheln. Gleichzeitig haben sich beide verändert und es gibt Dinge, die vollkommen neu und ungewohnt sind. Der Bahnhofsvorplatz ist fertig, in der Oberstadt sind alte Läden verschwunden und neue aufgetaucht. Das Sudhaus wird im Mai schließen. Das Wintersemester hat neue Gesichter in die Stadt geschwemmt.
Aber gleichzeitig riecht es immer noch pünktlich ab halb drei vor dem Kino nach Popcorn. Ahrens hat mal wieder alles reduziert. Einer der Oberstadtaufzüge ist gesperrt. Auf der Wackelbrücke steht jemand und spielt Saxophon und man fragt sich, warum die Stadt es immer noch nicht schafft, mit den Großbaustellen bis zu den Semesterferien zu warten. 

Ich würde nicht sagen, dass ich Heimweh nach Marburg habe. Es fühlt sich eher an wie Liebeskummer. Man trifft sich um der alten Zeiten willen auf einen Kaffee, hat Spaß, fühlt sich aufgehoben und verstanden und kann selbst nicht verstehen, warum man nie nach diesem oder jenem gefragt hat. Wahrscheinlich, weil es damals nicht wichtig war. Weil einem erst die Fremde den Blick dafür gegeben hat, wie wertvoll die gemeinsame Zeit war. Dafür, was man alles nicht gesagt und nicht getan hat. Ich war nie in der Ketzerbach, nie im Botanischen Garten. Ich bin nie mit dem Rad nach Gießen gefahren. Ich habe dem Garten nicht Auf Wiedersehen gesagt und nie das Knubbel von innen gesehen, obwohl ich jeden verdammten Tag mit dem Bus daran vorbeigefahren bin. 
Und dann erinnert einen das Schlafzeug und der Kulturbeutel im Rucksack daran, dass man nicht bleiben kann, dass man nicht mehr dorthin gehört. Dass die Trennung Gründe hatte. Es wäre keine gute Idee, dem Drang nach Geborgenheit und der Gewissheit, die Buspläne auswendig zu kennen, nachzugeben. Wie gesagt, man ist ja nicht grundlos auseinandergegangen und aufgewärmt schmeckt sowieso nur Gulasch (und Kürbissuppe).

Marburg war wahrscheinlich sehr schnell über mich hinweg. Diese Stadt ist es gewohnt, junge Leute von überall aufzunehmen, ihnen einen Studienabschluss in die Hand zu drücken und sie wieder ziehen zu lassen. Vielleicht würde es mir auch leichter fallen, wenn ich schon ein neues Zuhause hätte. Klar, im Prinzip ist das hier an der Grenze, aber ich bin nicht der Typ für Where I lay my head is home.
Wahrscheinlich werde ich noch eine Weile brauchen, bis ich die Schönheit des flachbrüstigen Münsterlands zu lieben lerne. Bis ich seine Schrullen als liebenswerte Macken akzeptieren kann. Bis die Bahnfahrt hierher keine nervige Odyssee mehr, sondern der Weg nach Hause ist.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Het volgende station: Toekomst

So schnell kann's gehen! Gerade noch bin ich aus der mittelhessischen Provinz in die nordhessische Metropole gezogen und jetzt darf ich mir schon seit über einer Woche jeden Morgen Zugansagen anhören, die eher wie schleimlösende Sprechübungen klingen. 

Im Moment habe ich in der Wohnung, in der ich vorübergehend untergekommen bin, leider kein Internet, sodass ich nur sporadisch online sein kann. Das tut mir sehr leid und ist auch echt etwas nervig, aber nicht zu ändern. Es kommen auch wieder bessere Zeiten, versprochen! 

Donnerstag, 15. Januar 2015

Bambus für die Seele

Im November ging es mir nicht so gut. Ich war krank, es war kalt, der Ninja seit drei Monaten weg und meine Jobsuche eher mäßig erfolgreich. Um die Arbeitsmoral zu verbessern und mir was Gutes zu tun, habe ich den Kammzug von Sweet Georgia ausgepackt, den ich 2012 in Bonn gekauft hatte. Hier gab es ein Zwischenstandsbild der ersten Spule. Die habe ich noch vollgemacht, aber auf die zweite Spule hatte ich erstmal keine Lust.
Zwischenzeitlich war alles toll, Weihnachten war super und eine gute Nachricht jagte die nächste. Bis jetzt am Wochenende wieder Probleme auftraten und ich etwas geknickt war. Aber weil mich die Arbeit an der ersten Spule im November so aufgemuntert hat, habe ich die restliche Wolle rausgekramt und versponnen, alles verzwirnt und gewaschen. Und siehe da.. heute geht es mir schon viel besser. Gut, das hat auch andere Gründe, aber ich bin mir sicher, dass dieses kleine flauschige Etwas auch seinen Teil beigetragen hat. 


Die einzelnen Farbabschnitte im Kammzug waren relativ kurz und da ich gerne einen Farbverlauf haben wollte, musste ich den Strang in viele kurze Stücke teilen, die ich dann nacheinander verspann. Den entstandenen Single habe ich per Chain Ply verzwirnt. 


Da das Garn noch etwas feucht ist, kann ich zur genauen Lauflänge noch nicht viel sagen, aber ich rechne mit 300-500m. 


Was daraus werden soll, weiß ich noch nicht genau. Ich habe den Aranami Shawl im Kopf, aber fest steht noch nichts. Falls ihr Vorschläge habt, immer her damit! Ich bin offen für alles :)