Freitag, 26. September 2014

Ich binne nicht tot.

Grüße aus Sokoban!

Die letzten Wochen waren geprägt von Organisationshürden, der Jagd auf Umzugskartons, das Hin- und Hertragen derselbigen, um an die dahinter stehenden Sachen ranzukommen und immer und immer wieder der Frage: Brauche ich das? Muss das mit? Inklusive anschließendem Gang zum Müllcontainer und dem erleichternden Gefühl, das Richtige getan zu haben.

Ein paar Tage muss ich noch in diesem Zustand ausharren, aber nächste Woche ist es endlich soweit: Ich kann alles in den Laster stellen, die Kaffeepflanze auf dem Beifahrersitz festschnallen und meinem Waldschlösschen auf dem Zauberberg Lebewohl sagen. Um viele Kilo unnützes Zeug erleichtert und ein Stück näher am nächsten Lebensziel.

Mittwoch, 20. August 2014

We still have Firsts!






Ich bin wieder in Deutschland. Der Urlaub im Landet i det Fjerne und der Weg dorthin durch Dänemark, Schweden und Finnland war ziemlich aufregend. Nicht immer im positiven Sinne, aber wenn ich bedenke, wie vollgepackt diese eineinhalb Wochen mit neuen Erfahrungen waren, muss ich sagen: Gerne wieder.

Die erste Bildauswahl ergab eine Plüschbanane und den gelben Hasen, wie sie im Vorbeifahren die Schönheit Schwedens genießen, eine random Wanderszene auf Kvaløya, einen Umzugskarton, einen Gletschersee und einen bei Sonnenschein sicher super kitschigen Strand auf Store Sommarøya, zu dem keine Straße führt. Meine Urlaubsbräune und den Zustand meiner Schultern nach soviel einfach nur da sein müsst ihr euch selbst vorstellen.

Freitag, 1. August 2014

Winter is.. bestimmt auch irgendwann mal wieder

Flauschige Wolle passt vielleicht nicht ganz zu den aktuellen Temperaturen, aber gerade bei sowas sollte man sich antizyklisch mit Vorräten eindecken. Wenn man erst einmal friert, hilft es auch nichts mehr, mit dem Sockenstricken anzufangen.



Oben seht ihr einen von zwei Kammzügen aus Blue Faced Leicester und Tussahseide (70/30). Der eine wiegt ca. 160g, der andere ca. 155g. Darunter ein Kammzug aus Polwarth, Tencel und Seacell (50/25/25) in der gleichen Färbung, der Strang wiegt 145g. Wie so oft hatte ich farblich was anderes vor, so gefällt es mir aber auch. Ich habe die Färbung liebevoll "Fuchs im Erkältungsbad" getauft, weil.. naja. Schon irgendwie, oder?
Das saftige Rostbraun gefällt mir besonders gut, aber auch das Eukalyptus-Fichtennadelgrün, das teilweise fast schwarz wirkt, mag ich gerne. Dazwischen ist einige Stellen wollweiß geblieben. Macht sich chain-ply-verzwirnt bestimmt super. Oder man nimmt den Strang auseinander und macht einen gaaanz langen Farbverlauf von orange über weiß nach grün.

Dann eine Premiere, die ich Melanie von A Spinner's Heart zu verdanken habe. Auf dem Spinntreffen vom Wollschaf, wo ich im Juni war, konnte ich durch Zufall an ihrer Kardiervorführung teilnehmen. Bisher hatte ich meine Kardiermaschine nämlich nur zum Mischen von Fasern verwendet und das auch nicht besonders erfolgreich. Ich mag Artyarn nicht, daher kam die Herstellung von entsprechenden Batts für mich bisher auch nicht in Frage. Zwischendurch hatte ich mich schon gefragt, ob diese Anschaffung überhaupt sinnvoll für mich war.

 
Nachdem ich Melanie und ihren "Pack drauf, passt schon"-Ansatz ein bisschen beobachten konnte, hat es allerdings doch Klick gemacht. Daheim also die große Tüte Merino rausgeholt und losgekurbelt.


Überhaupt nicht meine Farben und gerade deswegen so spaßig. Da ist neben vielen verschiedenen Farben Merino noch Seide und glänzendes Nylon drin. Evtl. auch ein bisschen Baumwolle, aber so genau weiß ich es nicht mehr.


Das Batt wiegt ziemlich genau 70g, damit kann man schon was anfangen. Die Fasern für die Rolags aus dem letzten Post hat übrigens auch Melanie zusammengestellt. Das Blending Board war auf dem Spinntreffen der Hit, also habe ich es auch mal ausprobiert. Macht Spaß, ist in meinen Augen aber eher eine Spielerei als ein richtiges Arbeitsgerät.

Außerdem sind sechs kleine Regenbogenbatts entstanden, die jeweils aus Merino plus einer anderen Faser bestehen. Auf dem Bild von Anfang der Woche sieht man drei bereits versponnen. 



Orange und Lila haben Seide mit dabei, das Rot/Pink und Grün sind mit Baumwolle gemischt und Gelb und Blau haben mattes Nylon. Mir ging es hauptsächlich um die Übung mit der Kardiermaschine, da alle drei der Zusatzfasern ein bisschen zickig in der Verarbeitung sein können. Außerdem wollte ich sehen, wie sich Optik und Haptik durch die Mischung verändern.


Zum Abschluss noch ein antizyklisches Strickprojekt, das mich am Wochenende nach Schweden (this time for real) und danach ins Landet i det Fjerne begleiten wird. 


Selbstgefärbte, selbstgesponnene und selbstgestrickte Socken. Ich glaube, auf die werde ich richtig stolz sein.

Dienstag, 29. Juli 2014

Hin und weg

Hallo, da bin ich wieder. 

Die letzten Wochen vergingen wie im Rausch. Wie einige vielleicht wussten (oder sich grob ausrechnen konnten), stand die Abgabe meiner Masterarbeit an und das ließ alles andere ehrlich gesagt ein bisschen unwichtig werden. Für die ganz heiße Phase hatte ich mir sogar stricken verboten, bevor das Tagespensum geschafft war. Manchmal muss man tun, was man tun muss. 
Mein Zeitplan ging ziemlich gut auf und ich hatte zu keinem Zeitpunkt ernsthaften Grund, in Panik zu verfallen, aber stressig und vor allem anstrengend war es natürlich trotzdem. Mails beantworten? Später. Wäsche waschen? Ach, die Hose kann noch zwei Tage. Kochen? Ein Brötchen vom Bäcker tut es auch. Gesunder Lifestyle geht anders, aber für einen begrenzten Zeitraum ist das wahrscheinlich in Ordnung. 
Nach der Abgabe ging es gleich weiter mit einer Konferenz zum Geburtstag unseres Profs, wo jede Hand gebraucht wurde und wo ich endlich mal (wieder) die Gesichter zu den Texten, die ich eine Woche vorher noch zitiert hatte, sehen konnte.

Wie gesagt, es war ein Rausch. Ich bin vorwärtsgestolpert, weil es die Option, es nicht zu tun, nicht gab. Und obwohl ich die meiste Zeit sehr ruhig war und alles wunderbar geklappt hat, begreife ich erst ganz langsam, was da gerade passiert ist: Ich bin fertig mit meinem Studium.







So, liebe Welt. Jetzt zeig mal, was du zu bieten hast.

Montag, 30. Juni 2014

Carrots'n'Pumpkins

Vor einiger Zeit ist eine ehemalige Dozentin von mir, bei der ich im ersten Semester Einführung in die mittelalterliche Literatur Irlands hatte, Mutter geworden. Im Büro wurde überlegt, ihr zu diesem Anlass ein kleines Carepaket zu schicken. Was für das Kleine, was für die Mama, was für den Papa. "Es wäre doch nett, wenn vielleicht sogar jemand etwas herstellen könnte..", sprach einer der Doktoranden und drehte dabei den Kopf ganz langsam zu mir. Die Köpfe der anderen folgten und ich musste grinsen. 
Klamotten oder Accessoires für Kleinkinder zu stricken macht einfach super viel Spaß. Man hat alle Features und technischen Feinheiten, die ein Erwachsenenteil bietet, ist aber viel schneller fertig, verbraucht weniger Material und muss bei Farbe, Form und Material kaum Rücksicht auf die Vorlieben des Trägers nehmen. Hauptsache warm, bunt und flauschig. 


Das erste Mützchen basiert auf dieser Anleitung. Mein Garn war dünner als beim Original, also habe ich etwas gesucht und dieses Projekt gefunden. Neben der Maschenzahl habe ich gleich noch die Streifen mit übernommen, auch wenn ein unifarben grünes Yoda-Mützi natürlich auch süß gewesen wäre. 



Hinten hat das Mützchen eine kleine Ausbuchtung für den Hinterkopf. Ob das so gut sitzt, weiß ich nicht, da ich natürlich kein Model zur Anprobe hatte. Aber wird schon passen, ist ja elastisch. Das Bindeband wird als i-Cord gestrickt, die Maschen dafür habe ich direkt aus dem Saum aufgenommen. 

Und weil ich nach dieser ersten Mütze noch genug Garn hatte und sowieso viiieel zu schnell fertig war, habe ich gleich eine zweite gestrickt.



Diesmal nach dieser Anleitung. Das Original hat keinen Knoten im Stiel, aber ich finde Mützen mit geknotetem Zipfelchen einfach zu süß, um dieser offensichtlichen Einladung nicht zu folgen. Das Garn ist übrigens Shibui Sock (leider discontinued) in Wasabi und Pagoda, die Nadelstärke war bei beiden Mützen 3,00mm.


Für das Carepaket wurde letztendlich die Kürbismütze ausgewählt, die andere bekommt dann einfach das nächste Kind im Bekanntenkreis.