Mittwoch, 18. Juli 2012

Wer braucht schon rechte Winkel?

Die Sommerakademie ist in die zweite Woche gegangen und wir haben uns weitestgehend von Innenräumen losgesagt.. zumindest, solange das Wetter mitspielt. Was leider nicht oft der Fall ist.

Heute hatte ich wieder die Kamera dabei und konnte ein paar Fotos von den Werken der letzten Tage machen. Ohne Blitz scheint es irgendwie besser zu funktionieren, aber ein paar Details verschluckt die Dunkelheit der Räume trotzdem. Wenn die ganze Sache vorbei ist und ich meine Bilder mit nach Hause nehmen darf, werde ich den Ninja bitten, nochmal ein paar gute Fotos davon zu machen. Scannen wäre natürlich noch cooler, aber macht das mal mit einem A2 Blatt.


Das ist der Innenhof der Schule, in der wir untergebracht sind. Die Zeichnung ist von Mittwoch/Freitag; an beiden Tagen regnete es in Strömen und ich saß gemütlich drinnen in der warmen Aula mit einer Tasse Tee neben mir auf dem Tisch.


Auch das ist drinnen, diesmal im Gebäude des Kunstvereins Marburg. Draußen regnete es wieder, sonst hätten wir wahrscheinlich eher den Rudolphsplatz gezeichnet als diesen Raum mit seinen wahnsinnig künstlerisch anmutenden krummen Winkeln. Rechts bei der Treppe kam ich durcheinander und wurde unkonzentriert, deswegen habe ich lieber aufgehört. Eigentlich gehören da auch noch ein paar Kunstwerke an die Wand und ein langhaariger Rezeptionist an den Tresen, der die ganze Zeit telefonierte.

Heute war dann - oh Wunder - gutes Wetter, sodass wir in die Oberstadt konnten.

 
Weil auf dem Marktplatz immer viel zuviel los ist und einem dauernd Leute im Weg stehen, habe ich mir eine der lauschigen Gässchen außenrum ausgesucht und mich dort auf einen Treppenabsatz gesetzt. Meine Architektur studierende Mitstreiterin aus Wien gefiel die Gasse offenbar auch, das sah immer ein bisschen lustig aus, wenn wir uns gegenseitig mit dem Bleistift angepeilt haben.
Danach gab es erstmal mitgebrachtes Mittagessen und später noch eine Zeichnung, diesmal von oben nach unten, um zu schauen, ob das auch funktioniert.


Hier muss ich einige Linien nochmal in dunkler nachziehen, das ist wirklich ein bisschen arg zart geworden. Während ich da so auf dem Treppchen saß und vor mich hin zeichnete, kam von unten eine ältere Dame auf mich zugedackelt und war ganz begeistert davon, dass "junge Menschen sowas Sinnvolles tun". Spontan musste ich an unser Nesthäkchen Margarete denken, die übrigens noch eine ganze Ecke älter ist, als ich dachte. Während der Unterhaltung mühte ich mich gerade mit den merkwürdigen (aber sehr dekorativen) Blumenkastengittern an dem Haus links ab und nachdem die Dame mir sechs Euro für unsere Kaffeekasse in die Hand gedrückt hatte (so lieb!), schloss sie die Haustür zu eben diesem Haus auf und verschwand. Ich mag diese Stadt.

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