Dienstag, 3. Juni 2014

The Times they are a-changin'

Schon wieder so ein ernster Post ohne tolle Fotos. Aber ich muss mich mal bei euch ausheulen. 


Meine M.A.-Arbeitskumpanin wird diese Woche fertig. In eineinhalb Wochen zieht meine beste Freundin in ihre Traumstadt und fängt dort an zu arbeiten. Anfang August geht der Ninja fürs Studium zurück ("zurück" trifft es irgendwie besser als "wieder" oder "nochmal") ins Landet i det Fjerne. Die letzten acht Jahre in dieser Stadt, in meinem Waldschlösschen hinter dem Berg, lösen sich langsam auf. Es gibt viel zu organisieren, Abschiedspartys, Abschiedsgeschenke, Umzugskartons, Verträge kündigen, Ebay-Anzeigen, Sperrmüll und Pflanzen weggeben.
Und inmitten diesen ganzen Trubels sollte ich eigentlich Vollzeit an meiner Arbeit sitzen, damit die noch einigermaßen so vollständig und schlüssig wird, wie ich sie gerne hätte. Es ist ein ekliges Gefühl, anderen beim Weggehen zuzuschauen oder gar zu helfen, während man selbst noch hier feststeckt. Und es ist ein genauso ekliges Gefühl, an meiner Arbeit zu schreiben, da ich bisher keinen Plan für das große "Danach" habe. Der Gedanke, nach der Abgabe vor der Tür des Prüfungsamts zu stehen und nicht zu wissen, was ich machen soll, lähmt mich im Moment total. 

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits gefällt mir die Idee, mal eine Weile Pause zu machen. Pause im Kopf, mit Reisen, Leute besuchen, Dinge ausprobieren und vielleicht auch ganz bewusst ein bisschen Zeit verschwenden. Andererseits habe ich ziemlich Angst davor. Angst zu versauern, danach nicht wieder auf den Weg zu kommen. Mich selbst nicht genug motivieren zu können. Angst, am Ende immer noch nicht zu wissen, was ich will.

So schön ich diesen Sommer gerade finde, mit seinem tollen Wetter, seinen Grillpartys, seinen röstzwiebeltriefenden Burgern, seinem selbstgemischten Hugo, seinen Neuentdeckungen, Konzerten.. So viele aufregende Veränderungen er auch bringt und so sehr ich mich darüber freue, wie gut bei Johanna und dem Ninja gerade alles klappt, nachdem sie so lange gehofft und gebangt haben.. Im Moment wünschte ich, er wäre schon vorbei und alles geschafft.

Kommentare:

  1. Liebe Teleri,

    ich glaube fest daran, dass du deinen Weg findest. Ich selber stand vor zwei Jahren vor einem aehnlichen Schritt. Ein grosser Abschnitt ging zu Ende und der naechste zeichnete sich nur sehr vage am Horizont ab. Ich habe am Ende etwas ueber ein Jahr "pausiert" und es waere gelogen wenn ich sagen wuerde, dass ich die Zeit nur genossen habe. Trotzdem war es eine wundervolle Zeit, die ich nicht missen moechte, voller neuer Erfahrungen, Einsichten und schoenen Erinnerungen. Wenn man sich Zeit und Raum gibt offen fuer neue Dinge zu sein tauchen manchmal die merkwuerdigsten Zufaelle auf, denen man sonst vielleicht keine Chance gegeben haette.

    Mir hat es sehr geholfen in kuerzeren Zeitabstaenden zu denken. Diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr. Vielleicht die naechsten 2 oder 3, aber was ich jetzt finde muss nicht meine Erfuellung fuer die naechsten 30 Jahre sein. Ein Schritt nach dem anderen gehen hilft gegen die laehmende Angst den falschen Weg zu gehen.

    Ganz viel Glueck und ganz viel Spass.

    Liebe Gruesse, Zelde

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  2. Oje, an diese Phase kann ich mich auch noch gut erinnern... Kopf hoch, es wird auch wieder besser. Wer es schafft, sein Studium durchzuziehen, schafft es auch, danach seinen (oder ihren) Weg zu gehen. Zumindest kenne ich niemanden, der nicht irgendwann nach dem Studienende einen Platz gefunden hat, an den er/ sie passt. (Und da sind auch viele mit angeblich "brotlosen Künsten" dabei.) Also keine Panik, wer so kreativ und vielseitig begabt ist wird im Leben immer einen Ort finden oder schaffen. Und wenn du nach der Arbeit keine konkreten Pläne hast, herjeh... besser keinen Plan mit abgeschlossenem Studium als keinen Plan und keinen Abschluss. (Ich bin echt nicht gut im trösten, aber vielleicht hilft's ja).

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  3. Nimm dir die Auszeit. Mach' mal ein Jahr (oder so) das, was du "schon immer mal" machen wolltest. Danach ist auch noch Zeit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass du es auch schaffst, wieder in die "normale Welt" (so mit Alltag) einzusteigen.
    Ich hab' übrigens auch noch keinen Plan für nach dem B.A., ich weiß also zumindest ein bisschen, wie du dich gerade fühlst.
    Wenn du mal Ablenkung brauchst, wenn die anderen weiter weg (also eigentlich gar nicht wirklich weg-weg) sind, ich bin noch eine Weile da. :)
    Und sieh' es so, dass du dann Leute in anderen Städten (und anderen Ländern!) zum Besuchen hast. Das wird bestimmt wunderbar, auch wenn es jetzt stessig und blöd und nach Einsamkeit aussieht.

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